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Ein Visionär für Jahrhunderte

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Wenige Unternehmen und Organisationen können auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück blicken. Das Krankenhaus in Beaune, das weltberühmte Hotel-Dieu, hingegen entstand bereits 1443 und wurde durchgehend bis 1971 genutzt. Selbst heute noch finden Teile des beeindruckenden Gebäudekomplexes Verwendung als Altersheim. Die Geschichte des Hotel-Dieu ist gleichzeitig die Erfolgsgeschichte seines Stifters und Gründers, Nicolas Rolin. Seine Erfolgsgedanken können Unternehmer noch heute inspirieren. 

Nach dem Hundertjährigen Krieg litten die Menschen unter erdrückender Armut. In der kleinen Stadt Beaune waren fast drei
OLYMPUS DIGITAL CAMERA Viertel aller Einwohner vom Hungertod bedroht. Um ihr eigenes Seelenheil bemüht, beschlossenNicolas Rolin, Kanzler des burgundischen Herzogs, und seine Frau Guigone de Salins, hier ein Hospital zu stiften. Rolin baute sein Krankenhaus dabei auf vier grundlegenden Prinzipien auf:

1) Beste Qualität beim Baumaterial

2) Finanzielle Unabhängigkeit

3) Exzellentes Personal

4) Klare, durchgängige und im Detail geplante Organisationsprozesse und -strukturen

Ich bin überzeugt, dass die Prinzipien Rolins auch heute noch für eine erfolgreiche Unternehmensführung Gültigkeit haben.

Beste Qualität beim Baumaterial

Wer ein Gebäude errichtet, sollte es auf ein gutes Fundament stellen. Dieser Satz gilt sinnbildlich für jede Unternehmung und jede Tätigkeit. Wer dauerhaft Erfolge erzielen will, benötigt ein solides Fundament. Mit Bedacht ausgewählte Materialien überdauern die Jahrhunderte und stürzen nicht wie die allzu oft in China oder Italien gesehenen Bauten bei einem Beben ein. Wer heute sein Geschäft aufbaut oder betreibt sollte deshalb darauf achten, die Qualität hoch zu halten. Dies gilt in vielfacher Hinsicht:

  • Qualität seiner Produkte
  • Qualität seiner Maschinen und Anlagen
  • Qualität seiner Arbeitsmittel
  • Qualität seiner Gebäude
  • Qualität beim Service am Kunden
  • Qualität in der Beziehung zu seinen Lieferanten und Geschäftspartnern

Nicolas Rolin hat sein Krankenhaus mit sehr viel Liebe zum Detail geplant und errichten lassen. Die Kranken sollten sich wie in einem Palast fühlen. Leider vermisse ich heute diesen Eindruck in den meisten auf Effizienz getrimmten Krankenhäusern. Nur selten hat man als Patient den Eindruck, im Zentrum der Bemühungen von Ärzten und Schwestern zu stehen. Enge Zeitvorgaben und Kostenreduzierungsprogramme lassen dies auch nicht zu. Ähnliches gilt oft für das Verhältnis zwischen Mitarbeitern und Führungskräften. Immer wieder stelle ich bei meinen Führungskräfte-Coachings fest, dass Chefs ihre Mitarbeiter und deren Arbeit kaum wahrnehmen. Fragen, wie „Was macht ihr Mitarbeiter genau?“ oder „Welche Aufgaben hat ihr Mitarbeiter heute auf seinem Arbeitsplan?“ bleiben immer wieder unbeantwortet. Erst wenn ein Fehler auftaucht oder Ziele nicht erreicht werden, rückt der Mitarbeiter in den Fokus seines Chefs. Dabei sollte Kontrolle eine Hauptaufgabe von Führungskräften sein. Für mich bedeutet Kontrolle Wahrnehmen und Würdigen.                                                                                                                                                                                             Wer langfristig erfolgreich sein will, denkt und handelt anders. Nicolas Rolin sollte uns ein Beispiel sein.

Finanzielle Unabhängigkeit

SAM_0878Nicolas Rolin hat sein Krankenhausprojekt von Anfang an finanziell abgesichert.  So wird das Hospital bis heute vor allem durch die Erträge von Weinbergen finanziert, die über die Jahrhunderte durch Erbschaft und Vermächtnisse in den Stiftungsbesitz des Hospizes gelangten. Auf Aktionen erzielen diese Weine Spitzenpreise. Dies ist ein weiteres Beispiel für die konsequente Qualitätsdevise des Gründers. Ihm war bewusst, dass eine soziale Einrichtung eine eigenständige und zuverlässige Einnahmequelle benötigt. Damit war das Hotel-Dieu von Beginn an unabhängig von externen Zuwendungen oder Spenden, die dennoch durch die Jahrhunderte hindurch reichlich flossen. Erfolg, Schönheit und Qualität ziehen eben mächtige und einflussreiche Menschen an. So ist es wenig verwunderlich, dass unter den Spendern Herzöge und Könige zu finden sind. Was bedeutet dies für uns heute?

  1. Wer Unterstützung benötigt und sucht, sollte nicht in Sack und Asche daher kommen, sondern selbstbewusst darstellen, welchen Wert er für seine Kunden oder die Gesellschaft erbringt und dass er dies mit höchstem Können und höchster Sorgfalt sicher stellt.
  2. Wer über keine eigenständige Einnahmequelle verfügt, sollte diese erschaffen oder sein Geschäft aufgeben. Ich denke in diesem Zusammenhang vor allem an Branchen, die am Tropf staatlicher Subventionspolitik hängen. Wen wundert dann noch der Niedergang der deutschen Solarindustrie? Gerade hier haben es sehr viele Unternehmen versäumt, sich finanziell auf eigene Füße zu stellen und sich von dem Wohl und Wehe staatlicher Programme zu entkoppeln.

Aus der Weitsicht eines Nicolas Rolin sollte unsere kreditgetriebene Wirtschaft und Politik die richtigen Schlüsse ziehen. Mehr Schulden verlagern die Probleme zeitlich, lösen sie jedoch nicht.

Exzellentes Personal

Die Leitung der Einrichtung oblag einem „maître“, der eine Gemeinschaft von „frommen Frauen“ führte, den „Béguines venues deOLYMPUS DIGITAL CAMERA Malines“, die ihre Ordensregel im Jahre 1459 erhielten. Die Seelsorge war zwei Kaplänen anvertraut, und schließlich überwachte Kanzler Rolin selbst die Weiterentwicklung des „Hôtel-Dieu“. Nach seinem Tode im Jahre 1461 sorgte seine Gemahlin, Guigone de Salins, für das Hospital.                                                     Rolin entschied sich für die Beguinen, da er sie für die bestmöglichen Mitarbeiterinnen für diese Tätigkeit hielt. Auch auf dem Gebiet der Personalauswahl ließ sich der Gründer also nicht auf Kompromisse ein. Die Erstellung der Ordensregel und selbst die Auswahl der Bekleidung machte er zur Chefsache.

Wer die Ordensregel heute liest, erkennt ein eindeutiges Mission-Statement für die Schwestern. Sie werden darin auf die hingebungsvolle Pflege der Kranken verpflichtet. Man würde sich eine solche klare sinnstiftende Botschaft in modernen Unternehmen und Organisationen häufiger wünschen. In Kombination mit der Spiritualität der Schwestern musste sicher kein maitre um die Motivation der Belegschaft bangen.

Für mich ist dies ein weiteres Beispiel dafür, dass es keine Tschakka-Motivation und auch keine Möhrchen-Motivation in Form von Provisionen und Boni benötigt, wenn man Menschen, mit eigener Motivation und Berufung für ihre Tätigkeit, sinnstiftende Aufgaben in einer von Wertschätzung geprägten Umgebung anvertraut. Eine Erkenntnis die in Beaune bereits im 15. Jahrhundert gelebt wurde.

Organisationsprozesse

Ein weiteres Geheimnis für den Erfolg des Hotel-Dieu ist aus meiner Sicht die Definition klarer und nachvollziehbarer Prozesse für alle Aufgaben der Schwestern im Hospital. So war von Anfang an geregelt, welche Tätigkeiten mit der Krankenpflege, der Arbeit in der Küche oder in den anderen Bereichen des Krankenhauses verbunden waren. Jede Schwester war für ihre Aufgabe verantwortlich und wusste exakt, wann was wo zu tun war. Kontrolliert wurden die Schwestern dabei von ihrer Oberin. Offensichtlich hatte Rolin bereits beim Bau des Hospizes an die Abläufe und deren Kontrolle gedacht. So ließ er z.B. im zweiten Stock des Krankenhauses ein Sichtfenster einbauen, welches den Blick auf den Krankensaal freigab und damit eine Kontrolle der Schwesternarbeit erleichterte.

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper

Das Hospiz wurde für die Ärmsten gebaut und dennoch dachte man nicht allein an eine schnelle körperliche Genesung der Kranken. Vielmehr wurde auch an den Geist der Patienten gedacht. Wer im Krankenbett lag und zur Decke schaute konnte sich an phantasiereichen Figuren, die die Balken verzieren, erfreuen und mit etwas Kreativität kleine Geschichten erfinden. Die Kapelle war Bestandteil des Krankensaals und nur durch ein paar Streben war der Altarraum vom Lager der Kranken abgetrennt. So konnten alle Patienten mehrmals täglich an Messen und Gebeten teilhaben, was sicher der spirituellen Erbauung diente.

Die Kombination von Körper und Geist wird nicht nur in modernen Krankenhäusern vernachlässigt. Zwar strömen Massen von Menschen heute in Fitnesstempel und huldigen dem Körperkult, doch wo bleibt die geistige oder spirituelle Erbauung? Wir müssen den Menschen vielmehr in seiner Gesamtheit erfassen – auch im Arbeitsleben.

Arbeiten mit Liebe und Hingabe

Man merkt es jeder Pore des Gebäudekomplexes an, das Hotel-Dieu diente einem höheren Zweck. Nicolas Rolin wollte mit dem Bau nach seinem Tod sein Seelenheil  sichern. Mit viel Hingabe und Liebe wurde jedes Detail geplant und ausgeführt. Hochwertige Materialien und Stoffe sowie höchstes Meisterwerk bei der Verzierung der einzelnen Balken im Inneren des Krankensaales sind bis heute Beweis dafür.

Wer, wie Nicolas Rolin, einen höheren Sinn in seinem Tun erkennen darf, wird sich eben nicht mit Durchschnitt und Kompromissformeln zufrieden geben, sondern höchste Meisterschaft anstreben. Damit stellt sich auch fast automatisch der Erfolg ein. Dies ist vielleicht die Kernbotschaft, die das Hotel-Dieu uns vermitteln kann.                                                                                             Rolin baute für sein Seelenheil, doch wofür arbeiten Sie? Der Sinn in der eigenen Tätigkeit ist eine nie versiegende Motivations-quelle. Machen Sie sich auf die Suche danach!

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